Feb 27

Nachdem wir nun seit ca. 2 Monaten ins Eigenheim umgezogen sind, flatterte die erste unaufgeforderte „Werbepost“ ins Haus. Ein „Begrüssungsgutschein“ der Firma „Jacque’s Weindepot. Soweit so gut. Nun bin ich jemand, der peinlich genau darauf achtet bei irgendwelchen Anmeldungen/Ummeldungen/Behördengängen die Weitergabe meiner Daten zu untersagen.

Vorweg: Mir geht es hier nicht um irgendwelche Einwurfsendung (auch adressierte), sondern einfach darum, diesem ganzen Adresshandel mal auf den Zahn zu fühlen. Am Ende wird sich wahrscheinlich herausstellen, dass das hochgelobte BDSG, wie so viele andere Gesetze in good old Germany, ein zahnloser Tiger ist.

Zurück zur Sache: Wo haben die meine Daten her ? Prima, da gibt es doch seit geraumer Zeit diesen netten § 34 des BDSG – das sog. „Recht auf Selbstauskunft“. Wollte ich doch schon immer mal ausprobieren 🙂
Also fix mal im Netz einen strafbewehrten Vordruck herausgesucht, und diesen dann freundlich an o.g. Unternehmen versandt.

Nach ca. 4 Tagen kam dann auch prompt die, wirklich freundliche, Antwort des Weinhandels. Zusammenfassung: Man hat die Werbung garnicht selbst erstellt (und dementsprechend auch keine Daten über mich), sondern einen Dienstleister mit der Adressselektion und dem Versand des Flyers beauftragt. Freundlicherweise haben die mir dann auch den Namen des Versenders genannt. Die Firma „Axciom“ in Neu-Isenburg (bei Frankfurt). Ok, nächste Runde.

Strafbewehrtes Schreiben genommen, und per Fax ab an die Axciom. Habe das Schreiben dann noch um die bisherigen Erkenntnisse ergänzt (…Sie haben mir im Auftrag von Jacque’s Weindepot unaufgefordert… blabla). Gestern kam dann das Antwortschreiben (per Snail-Mail) vom Adressbroker. Die haben auch wieder brav nach BDSG geantwortet, und mir folgendes mitgeteilt:


...
Folgende Daten sind in der Axciom-Datenbank über Sie gespeichert:
Name: Joerg D.
Adresse: xxxxxxxxxxxxx
Telefonnummer (nur zu Identifikationszwecken): 0xxxx-xxxxxxx


Ihre Adressdaten wurden von dem Unternehmen


Campione Computer Service SAS
Frau A.Martin
Piazza Indipendenza 3
CH-6911 Campione
Tel.: 0041-91-6498831
Fax.: 0041-91-6495718
...

Suspekt, woher haben die denn meine Telefonnummer ??? Jetzt könnte man in die nächste Runde gehen, sieht allerdings alles nicht sehr vielversprechend aus. Das ganze Konstrukt wird ab hier nämlich unverschämt.

Wir halten die bisherige Kette mal fest (Empfänger zu sender): Joerg <- Jaqcues Weindepot <- Axciom <- Campione <- ???

Die CCS SAS sitzt also in Campione, irgendwo in der Schweiz. Die Schweiz gehört nicht zu Deutschland (ja, nichtmal zur EU 🙂 ) – daher werde ich, wie schon diverse andere Leute ausprobiert haben, dort mit dem BDSG nicht weiterkommen. Ist also eine Sackgasse, dass ganze. In einem Antispam-Forum hat das mal jemand versucht durchzuexzerzieren – die CCS SAS hat zwar recht schnell, aber dafür auch enorm fadenscheinig geantwortet. CCS SAS bezieht sich da, nach Aussage des Forums, auf solche Allgemeinaussagen wie „Deine Adresse steht doch im Telefonbuch, fang da mal an…“

Werde in einer stillen Minute mal drübernachdenken, und schauen wie man da den Hebel ansetzt.

Alles in allem scheint sich die Branche da ein feines Schlupfloch im BDSG gebastelt zu haben. Der Adressowner verkauft die Adresse einfach ins Ausland, in dem die Rechte nicht mehr ohne weiteres gelten, und ist aus dem Schneider. Der Auskunftsanspruch lässt nämlich, soweit ich informiert bin, nur das „Rückwärtsrecherchieren“ zu. Macht ja auch erstmal Sinn, da ich ja wissen möchte woher meine Adresse kommt, wenn ich unerwünschte Post bekomme. Dummerweise wird die Beweiskette hier gnadenlos unterbrochen, da es in der Schweiz erstmal nicht weitergeht.

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Feb 01

Na premium. Setze mich heute morgen an den Rechner, und was sehe ich: Kein Internet !

Dass man Abstriche machen muss, wenn man knapp 2 Jahre lang Kabelmodem verwöhnt war, (Kein nervtötender Reconnect / NULL Ausfälle / Konstanter Up/Downstream etc.) hatte ich mir ja schon gedacht. Nunja, seit ca. 3 Wochen bin ich wieder PPP over Ethernet User (DSL) mit all seinen „netten“ Nebeneffekten (siehe oben). Normalerweise reconnected der pppd auch fein nach jedem Disconnect – nur heute Nacht halt nicht.

Die Analyse (siehe Logauszug) ergibt zwei suspekte Dinge:

  1. „Rausschmiss“ durch den Provider nach 574 Minuten (Normalerweise passiert das nach 24h)
  2. Reconnectversuch durch den PPPD, der jedoch mangels Antwort der Gegenstelle ins leere läuft.

Gerade Punkt 2 nervt hier – denn per default gibt der pppd nach 10 Versuchen auf. Nach etwas googlerei habe ich dann doch die richtige Option gefunden, mit der er unendlich „PADI“s schicken soll, um irgendwann dann mal ’nen Connect hinzubekommen. Einfach ein „maxfail 0” in die /etc/ppp/peers/provider eintragen, und schon versucht es der Router bis zum St.Nimmerleinstag


Feb 1 03:03:04 pppd[530]: LCP terminated by peer
Feb 1 03:03:04 pppd[530]: Connect time 573.9 minutes.
Feb 1 03:03:04 pppd[530]: Sent [ne Menge] bytes, received
[noch viel mehr] bytes.
Feb 1 03:03:07 pppd[530]: Connection terminated.
Feb 1 03:03:07 pppd[530]: Modem hangup
Feb 1 03:04:12 pppd[530]: Timeout waiting for PADO packets
Feb 1 03:04:43 pppd[530]: PPP session is 350
Feb 1 03:04:43 pppd[530]: Using interface ppp0
Feb 1 03:04:43 pppd[530]: Connect: ppp0 <--> eth2
Feb 1 03:04:49 pppd[530]: Connection terminated.
Feb 1 03:04:49 pppd[530]: Modem hangup
Feb 1 03:05:54 pppd[530]: Timeout waiting for PADO packets
Feb 1 03:06:59 pppd[530]: Timeout waiting for PADO packets
Feb 1 03:08:04 pppd[530]: Timeout waiting for PADO packets
Feb 1 03:09:09 pppd[530]: Timeout waiting for PADO packets
Feb 1 03:10:14 pppd[530]: Timeout waiting for PADO packets
Feb 1 03:11:19 pppd[530]: Timeout waiting for PADO packets
Feb 1 03:12:24 pppd[530]: Timeout waiting for PADO packets
Feb 1 03:13:29 pppd[530]: Timeout waiting for PADO packets

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