Feb 13

Zuletzt hab‘ ich mir vor ca. 9Jahren radikales Umlernen angetan. Damals bin ich von dem German-Keyboard Layout auf US-ANSI umgestiegen. Die Sonderzeichen zum Coden waren einfach viel leichter zu erreichen. Waren etwa 3 Wochen Schmerz, danach lief es wie am SchnĂĽrchen. Ich will auch nicht mehr mit nem deutschen Keyboard arbeiten 🙂

Einzig die Eigenheiten von OSX/Linux/Windows haben etwas genervt (Win: Layout per ALT-SHIFT_L umschalten um Umlaute tippern zu können // OSX: Sehr angenehm per Modifier-Key (Mod-“ und dann a,u oder o))

Dummerweise ist mein Model-M damals auf der Strecke geblieben, und musste einem Mac-Keyboard weichen. Hab zwar noch mal ein paar Anläufe gestartet, und die Keycaps auf US-INTL gewechselt, war aber irgendwie nichts…

Nun ist es mal wieder an der Zeit etwas neues auszuprobieren. Ein 60% Mechanical-Keyboard. Ca. 2 Monate bin ich um das HHKB herumgetingelt und hab mich am Ende dann doch gegen das Teil entschieden. Hängengeblieben bin ich Schlussendlich beim Vortex Pok3r, fĂĽr knapp 150Euro – nicht gerade billig.

vortex

Gut, was gibt es fĂĽrs Geld?

  • MX-Schalter (in jeglicher Ausprägung, meine Wahl fiel auf blues)
  • Backlight.
  • Ordentliche (+replaceable) Keycaps.
  • 4 Layer, die schnell umschaltbar sind und bis auf einen frei programmierbar sind (ohne Treiber, oder sonstigen Foo). Die Programmierung lässt, neben Makros, die freie Belegung von Tasten zu.
  • Alu-„Wanne“ in der die Tastatur befestigt ist.
  • Austauschbare USB-Strippe (Die Poker 3 selbst verfĂĽgt ĂĽber einen Mini (NICHT Micro!) USB Port)
  • All in all: Eine extrem wertige Tastatur (und wenn ich wertig sage, meine ich das auch. Also wertig im Sinne von: „MacBook Unibody ist gut verarbeitet…“.
  • 500g solide Tastatur halt.

Was gibt es nicht, bzw. was macht den Reiz aus?

  • F-Tasten – die fehlen komplett. Sind aber bspw. per „FN+1“ (=F1) erreichbar. Das hatte ich mir persönlich schwieriger vorgestellt. Klappt aber super.
  • Multimedia-Keys. Hab ich – bis auf Laut/Leise – eh immer fĂĽr extrem ĂĽberflĂĽssig gehalten. Am besten noch ’ne EMailtaste, oder wie? Dank der Programmierbarkeit kann man sich den Kram auch auf FN+Irgendwas legen.
  • Cursor-Tasten. Das ist – ehrlich gesagt – der grösste Einschnitt. Ich kämpfe nun nach ca. 3 Tagen immer noch. Da ich recht viel im vim Arbeite, habe ich mich dazu entschieden das Cursormovement auf HJKL zu legen. Jetzt rächt es sich, dass ich Jahrelang im vi mit den „normalen“ Cursorkeys navigiert habe. Gut, das wird sicher schon. Alternativ kann man sich, wenn man viel navigieren muss, immer noch die Cursortasten nativ (also ohne FN) auf Layer2 und dann WASD legen. Ein nettes Feature, dass ich gestern Abend erst entdeckt habe: R_ALT+Space macht R_CTRL,PN,FN und R_SHIFT zu Cursortasten. Nochmal auf R_ALT+Space gedrĂĽckt, und die Tasten sind wieder das, womit sie beschriftet sind.
  • Der gesamte Block Home/End/PgUp/PgDn fehlt ebenfalls. Auch hier ĂĽbe ich noch mit FN+N (zB fĂĽr End).

Das Teil macht derartig laune, dass ich gar nicht aufhören möchte zu tippen. Man wird auch echt kreativ damit (das war ja der Zweck des Spiels). Bspw. habe ich mir fĂĽr den Chrome das vimium-Plugin installiert. Mit dem Teil bedient man den Chrome weitesgehends per Keyboard ĂĽber die bekannten vim-KeyBindings. Das auf der Bash „set -o vi“ da schon obligatorisch ist, versteht sich vermutlich von selbst 🙂

Wer sich also selbst mal wieder einen Tritt verpassen will, um vielleicht mehr vim-Keybindings in den Kopf zu bekommen, mehr Platz auf dem Schreibtisch zu haben, Rechnerunabhängige Makros bauen will oder auch einfach nur eine extrem feine mechanische Tastatur sein Eigen nennen möchte, dem sei die Pok3r ans Herz gelegt.

WeiterfĂĽhrende Links? Klar:

  • Reddit-Post, in dem beschrieben wird, wie man das Ding möglichst vim-gerecht umkonfiguriert.
  • Hersteller (Vortex) – dort gibt es manual und firmware-update – Treiber sind, wie oben beschrieben – nicht notwendig.
  • Vergleich der verschiedenen MX-Schalter.
  • Blog ĂĽber mechanische Keyboards (gute Einstiegsmaterie)

[Update 28.02.2015]

So, nun habe ich das gute StĂĽck seit ca. 2 Wochen. Was soll ich sagen? Jedesmal, wenn ich eine Rubberdome in den Fingern habe (auch so ein flaches Apple-Dings), denke ich: OMG! Mit anderen Worten ausgedrĂĽckt gewöhnt man sich sehr schnell (wieder) an mechanische Tasten. Einzig das Profil der KeyCaps ist etwas ungewohnt. Liebäugele momentan mit DSA-KeyCaps (z.B. diese hier von Signature Plastics). Haken ist: Der Markt fĂĽr Caps existiert – ernstzunehmend – scheinbar ausschliesslich in den Staaten. In Europa bekommt man nur Ducky/Shiny-Caps. Die mögen fĂĽr Gamer recht sein, fĂĽr „Vieltipper“ nicht.

So richtig geblickt habe ich das mit den unterschiedlichen Profilen aber noch nicht. Bei Logitech gibt man die Profile in „R“ows an, bei SP in DSA, SA, usw. Ein guter Anlaufpunkt, bei dem man aber definitiv Geduld mitbringen sollte, ist massdrop. Massdrop ist so eine Art Genossenschaftseinkauf. D.h. mehrere Interessenten schliessen sich zusammen, und wenn 200 Leute zusammengekommen sind, geht man auf den Hersteller zu, sodass dieser eine Kleinserie auflegt. Mal schauen, ob da was fĂĽr mich dabei ist.

One Response to “Keyboard / 60%”

  1. […] Han­dy­ta­schen liegt (be­zwei­felnd). Und wieso man 150 Euro fĂĽr eine Tas­ta­tur ohne Pfeil­tas­ten aus­gibt, er­klärt uns das […]

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